Peter Eisenman – das geklaute Portrait

Eisenmann

von Boris Mehl

Mein Name ist Boris Mehl und ich fotografiere sinnliche Boudoirfotos, natürliche Hochzeitsreportagen und lebendige Familienfotos. Bei mir kannst Du einfach sein, wie du bist. Ich zeige Dir mit meinen Fotos, wie hübsch du bist, was alles auf Eurer Hochzeitsfeier passiert ist und wie Euer Familienleben aussieht.

13. Februar 2013

Manchmal holt einen ein einzelnes Foto nach vielen Jahren mit voller Wucht ein.
Gerade bin ich ein wenig fassungslos.

Zur Vorbereitung auf den Workshop am kommenden Wochenende bei den Stilpiraten von Steffen Böttcher habe ich meine eigenen Arbeiten noch einmal sehr bewusst durchgesehen. Aufgabe war es, 20 Bilder auszuwählen, die für den eigenen fotografischen Weg stehen. Bilder, bei denen man nicht lange überlegen muss, sondern sofort weiß: Ja, genau dieses.

Portrait Peter Eisenmann

Eines dieser Fotos ist ein Portrait von Peter Eisenman, das ich im Jahr 2005 aufgenommen habe. Entstanden ist es auf der Dachterrasse der Landesvertretung – ein Ort, der damals selbst noch im Übergang war. Wir haben uns eine ganze Weile unterhalten, ruhig, konzentriert, ohne große Inszenierung. Wie so oft bei Portraits entstanden mehrere Aufnahmen, rund zwanzig insgesamt. Und wie so oft blieb am Ende genau ein Bild übrig, das alles in sich vereinte.

Der Blick direkt in die Kamera.
Eine spürbare Präsenz, fast Stolz.
Im Hintergrund das Denkmal – noch nicht eröffnet, aber bereits voller Bedeutung.

Wenige Tage später wurde es offiziell eingeweiht. Rückblickend war dieses Foto also nicht nur ein Portrait, sondern auch ein stiller Zeitzeuge eines Moments kurz vor einem historischen Einschnitt. Genau das liebe ich an der Fotografie: Sie hält nicht nur fest, was sichtbar ist, sondern auch das, was kurz davor liegt, Bedeutung zu bekommen.

Rückblick

Heute – fast zwanzig Jahre später – bin ich eher zufällig über einen Artikel zum Thema Urheberrecht an Fotografien gestolpert. Aus Neugier habe ich das Bild einfach einmal selbst gegoogelt. Was dann folgte, war überraschend und ehrlich gesagt auch irritierend: Die Google-Bildersuche zeigte mir, wo überall auf der Welt dieses Foto verwendet wird. Zahlreiche Veröffentlichungen, internationale Kontexte, große und kleine Plattformen.

Einerseits ist das natürlich schön. Ein Foto, das seinen Weg gemacht hat.
Andererseits kam sofort die Ernüchterung: Ich habe die Nutzungsrechte an diesem Bild kein einziges Mal übertragen. Nicht schriftlich, nicht mündlich, nicht implizit. Und plötzlich stehen da Fragen im Raum. Ist das ein klassischer Fall für eine Abmahnung? Wie geht man damit um, nach so vielen Jahren? Was ist richtig, was fühlt sich stimmig an? Ärger, Unsicherheit, Nachdenken – alles gleichzeitig.

Doch bei all diesen juristischen und emotionalen Gedankenschleifen ist mir eines besonders wichtig geblieben: das Foto selbst. Dieses eine Bild, das damals genau den richtigen Moment eingefangen hat. Dass es auf diese Weise heute wieder nach vorne kommt, hier im Blog, fühlt sich fast wie ein leiser Kreis an, der sich schließt.

Das Bild ist gut!

Am Ende ist es genau das, was gute Fotografie ausmacht: Sie verschwindet nicht. Sie taucht wieder auf. Manchmal Jahre später. Und erinnert einen daran, warum man diesen Weg überhaupt eingeschlagen hat.

Peter Eisenmann - das geklaute Portrait

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1 Kommentar

  1. Die Vanderbilt University in Nashville scheint sich für Dein Bild zu begeistern. Die Fotocommunity bietet sich als kostenlose Fotoquelle geradezu an. Aber wie Paddy von http://www.neunzehn72.de so schön sagt: „Wenn ich Fotos im Internet veröffentliche, muss ich mit der Fremdnutzung meiner Bilder rechnen. Wer das nicht will, sollte sie auch nicht publik machen.“ Am besten siehst Du den Fall als Anerkennung Deiner fotografischen Arbeit an 🙂 So ein Bild von P. Eisenman hätte womöglich jede Fotoagentur gerne – gute Arbeit.

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