Schicht für Schicht – der Prozess
„Schicht für Schicht“ ist kein Fotoprojekt, das in der Kamera beginnt. Es beginnt im Menschen selbst – in seinen Geschichten, in seinen Erfahrungen und in den Sätzen, die ihn geprägt haben. Es beginnt in Momenten, die man sich selbst im Alltag nur selten eingesteht. Der fotografische Teil ist dabei nur die sichtbare Spitze des Eisbergs. Das Eigentliche, das Tiefe, das Transformierende passiert auf dem Weg dorthin – im Innen, im Gespräch, im Wahrnehmen. Mehr über das Projekt findest du auch auf schicht-fuer-schicht.eu sowie in meinen anderen Projekten auf borismehl.de.
Schritt 1 – Die Begegnung
Jeder Prozess beginnt mit einer Begegnung. Begegnung bedeutet für mich vor allem: wirklich zuzuhören. Nicht zu analysieren, nicht zu reparieren, nicht zu bewerten, sondern einfach präsent zu sein. Menschen kommen zu „Schicht für Schicht“ mit sehr unterschiedlichen Gefühlen – mit Mut, Angst, Scham, Stolz, Neugier oder Müdigkeit. Alles davon ist willkommen. Alles darf ausgesprochen werden. Dieses erste Gespräch schafft die Grundlage für alles, was folgt. Es ist der Raum, in dem Vertrauen wächst – und Vertrauen ist die Wurzel des gesamten Projekts. In meinem Text Wie entsteht Vertrauen? gehe ich tiefer darauf ein, warum diese Phase so entscheidend ist.
Schritt 2 – Die Erlaubnis
Irgendwann, meist ganz natürlich, sage ich den Satz: „Du musst hier nichts leisten.“ Und dieser Satz verändert den Raum. Viele Menschen sind es gewohnt, Erwartungen zu erfüllen, Rollen einzunehmen und zu funktionieren – beruflich, familiär, gesellschaftlich. Doch hier geht es nicht darum. Hier geht es darum, Erlaubnis zu empfinden: die Erlaubnis, zu sein, wie man ist; die Erlaubnis, Schichten abzulegen, die man im Laufe der Jahre fast vergessen hat; die Erlaubnis, nicht perfekt zu sein. Dieser Moment wirkt oft wie ein inneres Aufatmen.
Schritt 3 – Die Stille
Es gibt einen Punkt im Prozess, an dem es plötzlich still wird. Eine Stille, die nicht unangenehm ist, sondern bedeutungsvoll. Der Körper hört auf, zu performen. Der Atem wird tiefer. Die Haltung verändert sich. In dieser Stille entsteht Echtheit. Sie zeigt sich in einem Blick, in einer kleinen Bewegung, in einem kaum wahrnehmbaren Loslassen. Genau hier beginnt der wahre Kern von „Schicht für Schicht“ – ein Moment, der nicht inszeniert werden kann, sondern sich von selbst offenbart.
Schritt 4 – Das Sichtbarwerden
Erst dann hebe ich die Kamera. Und nicht, um zu formen oder zu korrigieren, nicht um Erwartungen zu erfüllen oder Bilder zu erzwingen. Ich hebe die Kamera, um zu begleiten. Ich folge dem Menschen, nicht einer Pose. Was sichtbar wird, ist kein Produkt von Technik, sondern ein Ergebnis von Vertrauen, Mut und Wahrhaftigkeit. Diese Art der fotografischen Begleitung ist ähnlich zu dem, was ich im Boudoir-Fotoshooting erlebe – nur noch tiefer, noch persönlicher, noch unverstellter.
Der Prozess ist das Bild
Die Fotos sind wichtig – ja. Sie halten fest, was sichtbar wurde. Aber der Prozess davor ist oft der eigentliche Kern. Viele Menschen sagen später, dass sie im Shooting mehr über sich gelernt haben als in vielen Gesprächen davor. Sie sehen nicht nur Ergebnisse, sondern sich selbst in einem neuen Licht. Und genau deshalb trägt das Projekt diesen Namen: „Schicht für Schicht“. Weil jede Schicht, die fällt, ein Stück Wahrheit zum Vorschein bringt.
Wenn du mehr über dieses Projekt erfahren möchtest oder überlegst, selbst Teil davon zu werden, findest du alle Informationen unter schicht-fuer-schicht.eu oder kannst dich direkt über mein Kontaktformular melden.









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